Gemeindeportrait

Die Marktgemeinde Rechnitz liegt am Südhang des Günsergebirges am Fuße des 884m hohen Geschriebensteins, der höchsten Erhebung des Burgenlandes und auch Westungarns. Das waldreiche Mittelgebirge geht auf dem Südabhang in Wein- und Obstgärten über, daran schließen sich die weiten fruchtbaren Felder der Ausläufer des pannonischen Tieflandes an.

Somit sind die natürlichen Grundlagen für Forstwirtschaft, Ackerbau, Obstbau - wobei hier der Marille besondere Bedeutung zukommt - und Weinbau, aber auch für sanften Tourismus gegeben.

Immer stärker wird die idyllische Gegend von Rechnitz und Umgebung besonders nach der Schaffung des Naturparks Geschriebenstein-Irottkö zu einem beliebten Erholungs- und Freizeitgebiet. Unzählige abwechslungsreiche Wander- und Ausflugsmöglichkeiten, ein schön gelegener Badesee mit hervorragender Wasserqualität, Tennisplätze, Reitmöglichkeiten, gemütliche Buschenschänken usw. sind nur einige der zahlreichen Freizeitangebote. Weiters gibt es ein reges Vereinsleben mit z.B. Trachtenmusikkapelle, einigen Chören und vielen unterschiedlichen Sportvereinen.

Nach der Öffnung der Grenze gegen Ungarn wird Rechnitz auch als Standort für Industriebetriebe, die allerdings die intakte Umwelt in keiner Weise beeinträchtigen, immer interessanter.

Die schöne Lage, aber auch die vorbildliche Infrastruktur machen Rechnitz zu einer lebens- und liebenswerten Gemeinde.

Zahlen, Daten, Fakten

Geographische Lage: 47°18" n.Br. 16°27" ö.L.
Seehöhe: 348m bis 884m (Geschriebenstein)
Einwohner (1. Jän. 2019): 3.010
Fläche: 4.377 ha
davon Ortsgebiet: 180 ha

Weinbaufläche: 75 ha
Wald: 1.693 ha
Felder, Wiesen: 2.429 ha

 

Mehr Infos zur Statistik

Charakteristika

  • wunderschöne Lage an der Schnittstelle zwischen den Ausläufern der Alpen und dem pannonischen Tiefland in einer Übergangszone, was Klima und Vegetation betrifft
  • Naturparkgemeinde im grenzüberschreitenden Naturpark Geschriebenstein-Irottkö
  • zweitgrößter Weinort des südlichen Burgenlandes
  • Grenzort
  • Pendlergemeinde

Wappen der Gemeinde

Die Gemeinde Rechnitz führt nachweislich seit dem 17. Jahrhundert das nachstehend beschriebene Wappen: "In blauem Schild drei goldene Türme; der mittlere, erhöhte Turm weist eine Rundtoröffnung auf; über dem rechten Seitenturm ein goldener Halbmond, über dem linken Seitenturm ein goldener Stern."

 

Von diesem Wappen sind mehrere Darstellungen auf dem Marktsiegel bekannt, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Zweifelsohne ist aber das Rechnitzer Wappen noch älteren Ursprungs, da der Ort seit dem Mittelalter einer der wichtigsten Märkte der Landschaft war. Allen Darstellungen ist folgendes gemeinsam: Drei Türme, deren mittlerer mit einem Tor versehen ist; auf der Dachspitze des (heraldisch) rechten Seitenturmes liegt ein Halbmond, über dem linken Seitenturm schwebt ein Stern. Diese Wappensymbolik (Dreiturm) ist typisch für Städte- und Märktewappen und findet sich mit leichten Varianten z. B. auch in den Wappen der Städte Wiener Neustadt, Ödenburg, Ofen, Neusiedl am See und des Marktes Lockenhaus.

Geschichtliche Entwicklung

Das Gebiet rund um Rechnitz wurde etwa um 7000-6000 v. Chr. besiedelt. So fand man südöstlich unseres Ortes auf den sogenannten “Ziegeläckern“ eine größere Zahl von Tonscherben aus dieser Zeit, es sind die ältesten Funde auf unserem Gemeindegebiet. Im Weingebirge gab es Bronzefunde, die aus 100v.Chr. stammen und auf den ersten Weinbau hindeuten.

Viel bedeutender jedoch sind die Funde aus der Römerzeit, die am Rechnitzer Hotter gemacht wurden, z. B. ein Strang der röm. Wasserleitung, die die Stadt Savaria mit Quellwasser versorgte,

In der Zeit der Völkerwanderung kam es zu Verwüstungen, da verschiedenste Völker durch unser Land zogen. Gegen Ende des 6. Jhdts. gründeten Slawen die Siedlung Orechovca, was so viel wie "Nusshain" bedeutet. Dieser Name wurde später von deutschen Siedlern umgewandelt, und 1260 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung. 1348 erhielt Rechnitz das Marktrecht. Im 14. Jhdt. unterstand der Ort den Güssinger Grafen.

Als die Familie Batthyany im südlichen Burgenland das herrschende Adelsgeschlecht wurde, entwickelte sich Rechnitz an der Wende vom 17. zum 18. Jhdt. zu einer eigenständigen wirtschaftskräftigen Herrschaft.

Der aus den zwei Teilen Deutschmarkt und Ungarmarkt zusammengewachsene Ort war Zunftstätte zahlreicher Handwerker. Besonders zu erwähnen sind hier die Stiefelmacher, die die Kavalleriegarnison und Märkte bis Wien und Budapest belieferten, aber auch die zahlreichen Mühlen.

Gegen Ende des 19. Jhdts. setzten jedoch schwere wirtschaftliche Rückschläge ein, 1870 wurde der Gutsbesitz samt Schloss verkauft. Viele Bewohner von Rechnitz zogen weg oder wanderten aus. Es folgte der Erste Weltkrieg, darauf der Anschluss an Österreich und damit die Grenzlage ohne Hinterland. 1920 wurde die Ostgrenze des Gemeindehotters als Staatsgrenze (bzw. Landesgrenze) gegen das magyarisch sprechende Gebiet festgelegt. Diese seit 1945 "tote Grenze" hat sich bis Ende der achtziger Jahre negativ auf die Wirtschaft von Rechnitz ausgewirkt, vor allem in Hinblick auf Industrieansiedlungen. Die Karwoche des Jahres 1945 brachte durch mehrtägige wechselvolle Kämpfe große Verwüstungen und Zerstörungen. Das schöne Barockschloss im Zentrum des Ortes brannte bis auf die Grundmauern aus, auch zahlreiche Häuser und Weinkeller wurden stark beschädigt.

Wirtschaftliche Erholung und der Wiederaufbau des Ortes begannen erst nach 1950. Es folgten die Erschließung und Bebauung neuer Siedlungsgebiete sowie die Schaffung kommunaler Einrichtungen.

Heute bietet die Großgemeinde Rechnitz ihren Bewohnern und Besuchern nicht nur eine tadellose Infrastruktur und zahlreiche Attraktionen, sondern es wurde durch die Gründung einer Industriezone außerhalb des gepflegten Ortes auch ein weiteres wirtschaftliches Standbein geschaffen.