Meldung vom 3. Januar 2022

Der neue Tag

Im heurigen Jahr präsentiert Dr. Herbert Gossi nicht nur Fotos, sondern auch selbst verfasste Gedichte.

Liebe Leser der Gemeinde-Homepage!

Zu Beginn des Jahres darf ich Ihnen zum Auftakt ein kleines Gedicht anbieten, welches ich vor einem Jahr verfasst habe und das ich DER NEUE TAG genannt habe. Es zeugt von der Vergänglichkeit eines Tages, eines Jahres, ja eines ganzen Lebens.

Gestatten Sie mir, Sie mit einem monatlichen Gedicht oder einer kurzen Geschichte durch das Jahr 2022 zu begleiten. Ich hoffe, es wird ein gutes für Sie.

Herzlich
Dr. Herbert Gossi

 

 

Im Morgentau in Schmerzen erst geboren
zieh´ich allein nun durch das Land.
Wer immer mich hat  auserkoren
nehm´sein Geschick  in meine Hand.
 
Auf mir ruht aller Menschen Streben
als Hoffnung dien´ich arm und reich.
Bin Teil von hohem, prallem Leben
und mach´doch schließlich alle gleich.
 
Seh´Weinende im Schatten sitzen
nebst Lachenden im Sonnenschein.
Seh´Schmutz und Staub in tiefen Ritzen
veränd´re viel, lass´manches sein.
 
Bediene jeden ohne Ende
ob scheckig-braun, ob blass, ob rot.
So mancher schafft nicht mehr die Wende
wer mich nicht nimmt, der ist schon tot.
 
In aller Früh noch frisch und munter
verlier´ allmählich ich an Kraft
und geht dereinst die Sonne unter
erlischt in mir die Leidenschaft.
 
Noch schnell den Thronfolger gebären,
was ich noch schaff´ mit Müh´ und Plag´,
tret´ich doch ab in allen Ehren.
Ich war einmal: der neue Tag.

 

Herbert Gossi