Meldung vom 27. Januar 2026

Burgenland startet vorsorglich Luftmessungen zu Asbest

Taskforce begleitet Maßnahmen wissenschaftlich, Ergebnisse werden transparent veröffentlicht.

Nachdem Greenpeace am Freitag eigene Untersuchungsergebnisse zum Asbestgehalt von Gesteinsmaterialien veröffentlicht hat, informierte das Land Burgenland über die fachliche Einordnung, die geplanten Vorsorgemaßnahmen sowie die Einrichtung einer Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“.

Zentrale Botschaft: Für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Wissensstand keine akute Gesundheitsgefährdung. Entscheidend für die gesundheitliche Beurteilung ist nicht der Asbestanteil im Gestein oder in gebundenen Materialien, sondern ausschließlich eine mögliche Belastung der Atemluft.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte, dass das Thema Asbest mit der gebotenen Sorgfalt behandelt werde, gleichzeitig aber sachlich einzuordnen sei: „Asbest ist ein sensibles Thema. Wir nehmen jede Information, die eine potenzielle Gesundheitsgefährdung betreffen könnte, ernst und haben umgehend reagiert. Ein interdisziplinäres Team aus Experten bildet eine Taskforce, die die weiteren Schritte fachlich und wissenschaftlich begleiten wird. Gesundheitsrelevant ist nicht das Gestein, sondern die Luft. Genau dort setzen wir jetzt mit Vorsorgemaßnahmen an.“  

Ziel ist es, Luftmessungen als entscheidendes Kriterium für die gesundheitliche Bewertung systematisch durchzuführen, über einen längeren Zeitraum vergleichbar zu erfassen und fachlich einzuordnen. Mit den Messungen soll so bald wie möglich begonnen werden. Die vorsorglichen Luftmessungen sind an ausgewählten Standorten geplant, beginnend dort, wo Greenpeace Gesteinsproben entnommen hat und im Umfeld der getesteten Steinbrüche. Die Ergebnisse werden folglich von den Expertinnen und Experten interpretiert und Handlungsempfehlungen werden abgeleitet, die bindend umgesetzt werden. 

Aus medizinischer Sicht gäbe es derzeit jedenfalls keinen Anlass zur Sorge. Der burgenländische Amtsarzt und Vertreter der burgenländischen Landessanitätsdirektion Dr. Markus Schreier betont: „Derzeit liegen den Gesundheitsämtern im Burgenland keine Hinweise auf vermehrte Erkrankungen im Zusammenhang mit Asbest vor.“ Dennoch nehme man das Thema sehr ernst, wie Landeshauptmann Doskozil abschließend noch einmal unterstreicht: „Wir klären etwaige Belastungen sachlich, transparent und auf Basis wissenschaftlicher Kriterien. Es gibt keinen Grund zur Verunsicherung, aber sehr wohl einen klaren Auftrag zur Vorsorge. Genau das setzen wir jetzt um.“

 

Bild: Dr. Markus Schreier, Amtsarzt und Vertreter der burgenländischen Landessanitätsdirektion, Mag. Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner und  DI Michael Kochberger, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, bei der Präsentation der Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“.

 

Weitere Infos

 

Das Land Burgenland hat eine telefonische Hotline für Bürger*innen-Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Asbest sowie der eingesetzten Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" eingerichtet.
Die Hotline ist während der Amtsstunden erreichbar: 057 600 1027

Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen FAQs erstellt, die auf der Homepage des Landes publiziert werden:  zur Taskforce 

 

Bild- und Textquelle: Landesmedienservice Burgenland